Sonderpädagogische Unterstützung

Die Gesamtschule Jüchen versteht sich als inklusive Schule. Schülerinnen und Schüler mit und ohne sonderpädagogischen Unterstützungsbedarf werden gemeinsam unterrichtet. Die SuS lernen gemeinsam ihre Stärken kennen und arbeiten auf individuellem Leistungsstand gemeinsam mit verschiedenen Zielen am gleichen Thema.
Schülerinnen und Schüler mit diagnostiziertem Unterstützungsbedarf gemäß AO-SF erhalten zusätzliche Förderung durch eine sonderpädagogische Lehrkraft. Der Großteil der Schülerinnen und Schüler mit sonderpädagogischen Unterstützungsbedarf an der Gesamtschule Jüchen hat die Förderschwerpunkte Lernen (LE) oder Emotionale und soziale Entwicklung (ESE).

Die Förderung findet sowohl im Klassenverband als auch in differenzierten Kurssystemen statt. Hierfür stehen der Schule Differenzierungsräume und Beratungsräume zur Verfügung. Jedes Kind kann in seinem Tempo lernen, dazu stehen für die Jahrgangsstufen 5 bis 7 in den Hauptfächern die Lernbüros zur Verfügung.
Für die Kinder mit dem Förderschwerpunkt Lernen ist hier eine Lernförderung vorgesehen, welche einen speziell aufbereiteten Lernstoff, einen eigenen Raum sowie eine kleinere Gruppengröße beinhaltet. Die SuS mit den Förderschwerpunkten Emotionale und soziale Entwicklung bzw. Lernen benötigen oft eine kleinere Lerngruppe, eine reizarme Lernumgebung, einen gut strukturierten und ritualisierten Unterrichtsablauf sowie eine Reduktion auf möglichst wenige Lehrpersonen, um eine konstante und tragfähige Schüler-Lehrerbindung zu ermöglichen.

Die SuS mit dem Förderschwerpunkt Lernen werden nach den Richtlinien der Haupt- schule beschult – gemessen an ihren individuellen Voraussetzungen.
Die Schülerinnen und Schüler werden gemeinsam im Klassenverband unterrichtet. Hierbei unterrichten die Lehrkräfte in individualisierenden und differenzierenden Unterrichtsformen und versuchen möglichst einen hand- lungsorientierten Zugang der Schülerinnen und Schüler mit dem Förderschwerpunkt Lernen an die behandelten Themen zu ermöglichen.

Der Förderunterricht findet bei dem zugeteilten Sonderpädagog(inn)en ein- bis zweimal pro Woche statt. Für Schüler mit Förderschwerpunkt Lernen gilt:

Die Hauptfächer Mathematik, Deutsch und Englisch werden im Lernbüro plus und
in den zwei Fachwochenstunden im inklusiven Klassenverband unterrichtet. Im Lernbüro plus arbeiten die SuS in festen lehrergebundenen Gruppen. Die betreuende Lehrkraft für Sonderpädagogik ist für die SuS im Lernbüro plus zuständig. Auch die persönliche Ebene

spielt hierfür eine wichtige Rolle. So können die SuS neben den fachlichen Themen auch in weiteren Entwicklungsbereichen individuell gefördert werden, welche sich auf den individuellen Förderplan der Schüler beziehen. Ein Fokus im Lernbüro plus ist das gemeinsame Heranführen an selbstständiges Arbeiten. Das Lernbüro plus findet parallel zu den regulären Lernbüros statt. So ist gewährleistet, dass die SuS auch die Möglichkeit haben, das reguläre Lernbüro zu besuchen. Hier findet eine Rücksprache zwischen den beteiligten Lehrkräften statt, ehe das reguläre Lernbüro besucht wird.
Die Sonderpädagog(inn)en und Fachlehrer(innen) arbeiten dialogisch an den Un- terrichtsmaterialien, um eine optimale Förderung der SuS mit Unterstützungsbedarf im Unterricht zu erreichen. Hierfür werden die Sonderpädagog(inn)en im Vorfeld von den Fachlehrern und -Lehrerinnen herangezogen und informiert.
Ab den Klassen 8 bis 10 finden in den Fächern Mathematik, Deutsch und Englisch  Förderkurse statt. Im Förderunterricht findet der Unterricht im Klassenlehrerprinzip beim Sonderpädagog(inn)en statt und orientiert sich an den Richtlinien der Hauptschule und beruht auf den individuellen Stärken der SuS. Durch die feste Anbindung an Sonderpädagog(inn)en wird die Umsetzung der Förderplanung ermöglicht.
Die Förderung erfolgt dabei in der Regel in Kleingruppen, die ein möglichst hohes Maß an individueller Unterstützung und eine Begleitung der Lernprozesse ermöglichen.

Jedes Kind mit festgestelltem Förderbedarf im emotionalen und sozialen Bereich soll einmal wöchentlich von einem fest zugeteilten Sonder- oder Sozialpädagogen beraten werden. Diese Beratung beinhaltet eine Zielvereinbarung für die kommende und gleichzeitig eine Reflexion der vergangenen Woche. Um für diese Beratung eine Basis zu schaffen, besucht der zuständige Sonder- oder Sozialpädagoge die Schülerin oder den Schüler einmal pro Woche. Diese dient zur Anleitung und Feststellung der Umsetzung der gesteckten Verhaltensziele. Diese Beobachtung dient gleichzeitig der Überprüfung der Aktualität des individuellen Förderplanes.

Ab dem Jahrgang 7 wählen alle SuS einen Wahlpflichtkurs, in welchem sie bis zur 10. Klasse vier bis sechs Stunden wöchentlich unterrichtet werden. Für die SuS mit Förderbedarf eignen sich u.a. der Wahlpflichtkurs „Arbeitslehre plus“ oder der Wahlpflichtkurs Darstellen und Gestalten besonders. Beim Wahlpflichtkurs „Arbeitslehre plus“ steht das Sammeln praktischer Erfahrungen in verschiedenen Bereichen/Gewerken an vorderster Stelle. Die Bereiche Arbeitslehre, Hauswirtschaft, Werken, Schneiderei und Gärtnerei sollen hiermit abgedeckt werden und den SuS realistische Berufsbilder vermitteln. Der Wahlpflichtkurs „Darstellen und Gestalten“ fördert hingegen schwerpunktmäßig die Persönlichkeitsentwicklung sowie die musischen Kompetenzen.

Ab Klasse 8 leisten die SuS mit Förderbedarf in jedem Schuljahr ein mehrwöchiges Praktikum ab (in Klasse 8 zwei Wochen, in Klasse 9 und 10 jeweils 3 Wochen). Die SuS suchen sich in Abstimmung mit dem Sonderpädagogen, dem Klassenlehrer sowie dem Stubo einen realistischen Praktikumsplatz.
In Abstimmung mit den regulären Praktika ab der Jahrgangsstufe 8 sollen die
SuS genau wie alle anderen SuS ein Praktikum besuchen sowie eine Praktikumsmappe erstellen.  Bei Bedarf werden die Möglichkeiten eines wöchentlichen Langzeitpraktikums geprüft.

Im Rahmen der Berufsvorbereitung ab Klasse 8 haben die SuS mit Förderbedarf die Möglichkeit, im Rahmen der Schülerfirma möglichst praxisorientiert Alltagskompetenzen und Sozialkompetenzen zu erwerben, Kenntnisse in Mathematik und Deutsch berufsbezogen anzuwenden und zu vertiefen sowie Erfahrungen im Arbeitsalltag zu sammeln. Die Schülerfirma bietet auch schulmüden/schulaversiven Schülern sowie Schü- lern mit Förderbedarf im Bereich Emotionale und soziale Entwicklung die Möglichkeit, gefördert zu werden. Die Schülerfirma wird u.a. durch einen Sonderpädagogen betreut und findet einmal wöchentlich im Block statt. Ihr Schwerpunkt ist auf die Planung, die Kalkulation, den Einkauf, die Zubereitung und den Verkauf von Speisen spezialisiert.

Die Schülerinnen und Schüler mit Unterstützungsbedarf, welche zielgleich unterrichtet werden, erhalten Notenzeugnisse. Hierzu zählen die Förderschwerpunkte emotionale und soziale Entwicklung, Hören und Kommunikation, Körperliche und motorische Entwicklung, Sprache und Kommunikation, sowie Sehen. Hierbei werden die individuellen Nachteilsausgleiche der Schülerinnen und Schüler beachtet, welche mit dem Sonderpädagogen abgesprochen werden und im Förderplan festgelegt sind.
Sie haben die Möglichkeit die allgemeinen Abschlüsse der Gesamtschule zu erwerben.

Die Schülerinnen und Schüler mit dem Förderschwerpunkten Lernen und Geistige Entwicklung werden zieldifferent unterrichtet. Sie erhalten keine Notenzeugnisse, sondern Textzeugnisse, in denen das Arbeits- und Sozialverhalten sowie alle Leistungen in den unterrichteten Fächern ausformuliert sind. Zur Orientierung werden hierbei die Richtlinien des vorhergehenden Jahrganges der Hauptschule bzw. die Grundschulrichtlinien der vierten Jahrgangsstufe herangezogen. Weiter stützen sich diese Textzeugnisse auf die Grundlage des individuellen Förderplanes und beschreiben somit die individuellen Lernfortschritte der Schülerinnen und Schüler. Die Schülerinnen und Schüler können gemessen an ihren individuellen Leistungen einen Abschluss des Bildungsganges Lernen oder einen dem Hauptschulabschluss Klasse 9 gleichwertigen Abschlusses erwerben.