


Am 23. Januar besuchte ein Teil der Q1 der Gesamtschule Jüchen im Rahmen einer Exkursion das EL-DE-Haus in Köln, während die übrigen Schülerinnen und Schüler parallel an einer Erkundungsexkursion teilnahmen.
Im Vorfeld des Museumsbesuchs nahmen die Schülerinnen und Schüler an einer „Schnitzeljagd“ durch die Kölner Innenstadt teil. Dabei erkundeten sie bedeutende historische Orte, die einen direkten Bezug zum Nationalsozialismus aufweisen. Diese eigenständige Auseinandersetzung mit historischen Schauplätzen ermöglichte einen ersten Zugang zum Thema und bereitete die Lerngruppe auf den anschließenden Museumsbesuch vor.
Der Besuch des ehemaligen Gestapo-Gefängnisses wurde von vielen als sehr bedrückend empfunden. Besonders eindrücklich waren die persönlichen Inschriften der Inhaftierten in den Zellen sowie die Schicksale und Geschichten, die sich dahinter verbergen. Diese unmittelbaren Zeugnisse machten das Leid der Opfer auf eine sehr direkte und emotionale Weise erfahrbar.
Die Führung durch das Museum war aufschlussreich und informativ. Die Schülerinnen und Schüler zeigten großes Interesse, stellten zahlreiche Fragen und setzten sich intensiv mit der nationalsozialistischen Verfolgungs- und Unterdrückungspraxis auseinander.
Begleitet wurde die Lerngruppe an diesem Tag von der Stufenleitung Herrn Döring sowie der SoWi-Kurslehrerin Frau Fenina, die den Besuch pädagogisch unterstützten und für Gespräche und Nachfragen zur Verfügung standen. Insgesamt war die Exkursion eine eindrucksvolle und nachhaltige Erfahrung, die das historische Lernen außerhalb des Kursraums sinnvoll ergänzte.
Eine Aufgabe war es, eine Reportage aus der Sicht einer fiktiven Person aus dem Jahre 1944/45 zu schreiben. Hier ein sehr gelungenes Beispiel von Tamina Wirtz:
Ich stehe am Appellhofplatz, hinter mir der Bahnhof. Am Bahnhof kommt ein Zug nach dem anderen an. Menschen steigen ein und aus, manche sieht man nie wieder. Stimmen, Schritte und Namen verschwinden im Trubel der Leute.
Ein unangenehmer Geruch liegt noch immer in der Luft. Ich bleibe stehen und blicke mich um. Hinter den Mauern dieses Hauses sitzt die Gestapo und entscheidet über Nächte ohne Morgen.
Die meisten gehen hier achtlos vorbei. Doch es bleibt ein Gebilde aus Angst, Leid und Schweigen. Die vielen Akten werden vielleicht hier vergessen und zerfallen, doch die Wände vergessen nicht. Sie werden auch noch nach 1945 die unausgesprochenen Qualen in sich tragen und für immer daran erinnern, was hier einst geschehen ist.



